Das Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße hat im Laufe seiner mehr als hundertjährigen Geschichte verschiedene parlamentarische Körperschaften beherbergt.

Zunächst war es der Sitz des Reichsrats, des Parlaments der österreichischen Reichshälfte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Für dieses Parlament wurde das Gebäude in den Jahren 1874 bis 1884 nach Plänen des Architekten Theophil Hansen errichtet. Hansens architektonisches Konzept sollte an das antike Griechenland als „Wiege der Demokratie” erinnern. Den Baustil nennt man Historismus. Das Gebäude beherbergt zwei große Sitzungssäle, die durch den von der großen Säulenhalle beherrschten Mittelbau verbunden werden. Es spiegelt so den 1861 im Februar-Patent festgelegten Aufbau des Reichsrats wider, der aus zwei Kammern, nämlich dem Abgeordnetenhaus und dem Herrenhaus, bestand. Im Jahre 1918 vollzog sich im Parlamentsgebäude am Ring der Übergang zur Republik. Die Konstituierende Nationalversammlung erarbeitete in den Jahren 1919/20 das Bundes-Verfassungsgesetz, das bis heute das verfassungsrechtliche Fundament der Republik Österreich bildet.

Seit dem Jahre 1920 – mit Ausnahme der Jahre 1934 bis 1945 – haben Nationalrat und Bundesrat, die Organe der Bundes – gesetzgebung der Republik Österreich, im Parlamentsgebäude ihren Sitz. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Parlamentsgebäude durch Bomben angriffe schwer beschädigt, die Bausubstanz etwa zur Hälfte zerstört. In den Jahren bis 1956 erfolgte der Wiederaufbau; der Sitzungssaal des National – rats wurde dabei in einem modernen, funktionalen Stil neu gestaltet, während die übrigen öffentlich zugänglichen Räum – lich kei ten ebenso wie das äußere Erscheinungsbild des Parlaments gebäudes weitgehend originalgetreu wiederher gestellt wurden.

Das Parlamentsgebäude
Dr. Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Das Parlamentsgebäude

 

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